Mechtersheim vs. FKP 1:2 (1:0)

An Tagen wie diesen, wünscht man sich Unendlichkeit… So sehr dieses Lied einer Ex-Punkband aus Düsseldorf im Radio und überall auch kaputt gespielt wurde, so gut passen diese Zeilen in ganz bestimmten Momenten. Am Samstag war so einer. Das Erlebte ist dabei kaum in Worte zu fassen und es wird wohl noch Wochen dauern, um dies wirklich zu begreifen.

Fast sieben Jahre hat man auf diesen Moment gewartet.
Genau 363 Wochen nach dem letzten Auftritt in der Regionalliga (2:5-Niederlage beim VfR Aalen am 2. Juni 2007) hatte man nach nervenaufreibenden 90 Minuten die Gewissheit, nächste Saison wieder in der Regio antreten zu dürfen. Die Tatsache, dass diese nach 2.541 vergangenen Tagen des Bangens und Hoffens nach mehreren Reformen nur noch viertklassig ist, tut der unbeschreiblichen Freude keinen Abbruch. Die letzten 60.984 Stunden hatte man nur auf diesen einen Pfiff gewartet, ein Abpfiff eines Spiels an dessen Ende der ewige Traum endlich wahr wurde. Und nun fehlen einem die Worte.

Es ist verdammt schwer so etwas in Worte zu fassen und diese Gefühle zu beschreiben – am einfachsten ist wohl zu sagen, man kann es einfach nicht.
Beschreiben lässt sich aber Der Tag, an dem dies alles geschah. Ein Tag, an dem man wegen schlechten Einschlafens nach kurzer Nacht früh morgens wachliegt, vor Aufgeregtheit kein Auge mehr zu bekommt und schließlich, trotz für die Umwelt nicht zu übersehender Müdigkeit, topfit aus dem Bett springt und sich bestens gelaunt und hoch motiviert kurze Zeit später mit seinen Freunden trifft. Dank des Vereins sollten die Planung der Auswärtsfahrt und die eigentliche Anreise nach Mechtersheim diesmal völlig ohne Stress bleiben.

Zwei Stunden vor Spiel setzte sich ein voll besetzter und für die Mitfahrer kostenloser Bus in Bewegung Richtung Rheinpfalz. Da auf dem Weg keinerlei Hindernisse waren und man daher etwas überpünktlich zu sein schien, legte der Reisetrupp bei Hochstadt eine kurze Pause ein.
Die Stimme wurde kräftig geölt und die Lieder schon einmal eingesungen. Vor dem Zielort galt es dann doch eine Umleitung in Kauf zu nehmen, und so traf man etwa eine dreiviertel Stunde vor Anpfiff an der Kirschenallee ein.

Den Standort hatte man bereits ein paar Wochen vorher bei einer Platzbekundung gewählt und so dauerte es auch nicht lange, bis alles und jeder seinen Platz gefunden hatte. Etwas peinlich dann aber, dass dennoch das urplötzliche Einlaufen der beiden Teams verpennt wurde und die vorbereitete Choreographie, bestehend aus Blockfahne und Aufstiegsbanner, dann spontan anlässlich der Verabschiedung der ausscheidenden Heimakteure präsentiert wurde.
Die Unterstützung war dann von Beginn an, trotz des Fehlens einiger verhinderter Leute, akustisch als auch optisch gut.

30 cm vor uns erinnerte das Geschehen aber wieder an die vergangenen Partien. Trotz körperlicher und spielerischer Überlegenheit konnte man keine Torchancen kreieren und so demonstrierten die Gastgeber in der 23. Minute unseren Blau-Weißen mit der ersten Chance überaus erfolgreich einmal, wie so etwas geht. Obwohl man ja lediglich einen Punkt für den Aufstieg brauchte und Salmrohr bei unseren Freunden aus Betzdorf sicherlich auch nicht im Schongang zu einem Dreier kommen sollte, war die Stimmung nun spürbar gedrückt.

Dies sollte sich erst zu Beginn der zweiten Halbzeit ändern. Zunächst sorgte die einzige (drei Sekunden lange) Orkanböe an diesem Tag dafür, dass die Blockfahne den Zuschauern auf dem Tribünchen die Sicht versperrte und dann sorgte Patrick Hildebrandt zehn Minuten nach Wiederanpfiff für mächtig Jubel unter den 630 Zuschauern (davon etwa 400 aus Pirmasens). Zuvor war Andy Haas im Strafraum gefoult wurden und Hilde hatte sich die Kugel geschnappt. Der Glaube war nun zurückgekehrt, frenetisch wurde die Mannschaft nach vorne gepeitscht.

In der 70. Spielminute war es dann soweit: Haas brachte unsere Farben mit einer Mischung aus sehenswertem Seitfallzieher und Fallrückzieher in Führung und die Freude kannte keine Grenzen mehr. Die letzten zwanzig Minuten hallte nur noch ein Lied Richtung AKW Philippsburg. „Wir hol`n die Meisterschaft, wer hätte das gedacht? Und nächstes Jahr, Regionalliga!“
Völlige Ekstase setzte nun ein. Kaum einer dürfte sich nach dem Spiel noch an die Minuten bis zum Abpfiff erinnern.
Trotz dem Pausenrückstand war man nun auf die Siegerstraße gelangt, man war auf der Straße Richtung Mannheim und Offenbach, auf der Straße an der schon Schilder auf Derbys mit Homburg und Saarbrücken hinwiesen, auf einer Straße, an deren nur noch wenige Minuten entferntem Ende bereits Koblenz und Trier, aber auch Kassel oder Ulm warteten. Und diese letzten Meter schaffte man nun sogar ohne Navi. Durch die Führung beflügelt, wäre fast noch das dritte Tor gelungen. Aber völlig egal, es reichte auch so!

Mit dem entscheidenden Pfiff knallten auch zeitgleich die Sektkorken, Tropfenfänger segelten durch die Luft, einige machten einen Drei-Meter-Satz über die Bande, Leute lagen sich in den Armen, gebadet vom Hitzeschweiß und von Freudentränen, auf der Gegengerade durfte eine Feuerwerksbatterie ihrer Bestimmung nachkommen, blauer Rauch hüllte die feiernde Masse komplett ein. Es war geschafft, und alles andere zählte nun nicht mehr. Zertretene Sonnenbrillen, angefackelte Fahnen, sogar Cuts von herumfliegendem Sektkühlungsmaterial. In diesem einen Moment einfach nur egal. Aus eigener Kraft hatte man das große Ziel erreicht, nebensächlich dass Salmrohr über ein Unentschieden nicht hinauskam und es nun vor dem letzten Spieltag gar sieben Punkte Vorsprung sind.

Die Feierlichkeiten zogen sich logischerweise noch weit bis nach Spielende. So bekam Trainer Peter Tretter während der Pressekonferenz noch seine bestimmt fünfte Bierdusche ab und die Mannschaft feierte mit Trommler und Innenverteidiger Alexander Heinze ausgelassen auf dem Rasen, der nach dem Spiel mehr einem Schlachtfeld oder einer Mülldeponie ähnelte. Immerhin, Rasenstücke wurden keine herausgeschnitten.
Danken kann man dem ganzen Team, den Trainern, Betreuern und allen helfenden Händen in diesem Zusammenhang gar nicht genug!

Nach einer kurzweiligen Heimfahrt, die erstaunlich diszipliniert ablief, feierte man in der Fankneipe noch bis spät in die Nacht. Und einige rappelten sich dann am nächsten Tag, teilweise ohne auch nur eine Minute geschlummert zu haben, zur Fahrt nach Rüssingen auf, wo unsere U23 als Landesligameister auf den direkten Verfolger traf. Da nicht nur die Beobachter etwas verkatert waren, ging das Spiel dann mit 2:4 verloren, womit die Heimelf nun mit einer erfolgreichen Relegation unserem FKP in die Verbandsliga folgen kann.

Am kommenden Wochenende steht dann die doppelte Meisterfeier an. Samstags empfängt der Oberligameister um 15:30 Uhr die TSG Pfeddersheim, sonntags spielt der Landesligameister um 15 Uhr gegen den SV Rodenbach. Eine besondere Aufmerksamkeit haben sich beide Mannschaften durch sensationelle Saisonleistungen mehr als verdient und so bleibt die Hoffnung auf viele Zuschauer, sowohl bei der ersten Mannschaft, als auch bei der U23 einen Tag später.

Kommt alle am Samstag UND Sonntag auf die Husterhöhe und lasst uns gemeinsam unsere Helden der Stadt gebührend feiern!

Oberliga- und Landesligameister 2014!
Der FKP ist wieder da!