[Pokal] FKP vs. Dudenhofen 1:0 (0:0) n.V.

Südwestpokalsieger FKP! Nach 120 Minuten, die alles andere als überzeugend waren, schoss Marco Steil den Verein und sein Umfeld in der Nachspielzeit der Verlängerung ins DFB-Pokal-Glück.

Dass man als FKP-Fan besser mit Nerven aus Drahtseilen ausgerüstet sein sollte, wurde in der Vergangenheit schon häufiger deutlich. Am Mittwochabend benötigte man jedoch eher das Material Stahl…
Wer im Vorfeld von einem Spaziergang über den Offenbacher Rasen geträumt hatte -immerhin schlug die U23 vor wenigen Wochen den Finalgegner schon mal mit 3:0-, der hatte die Rechnung zum einen ohne die hartnäckigen Cupfighter aus der Vorderpfalz gemacht, zum anderen aber vor allem ohne die Tagesform der eigenen Elf.
Beschreibung: Unterirdisch.

Der auf dem Papier bestehende Zwei-Klassen-Unterschied wurde über die volle Distanz nie wirklich deutlich.
Zwar machten die Blau-Weißen das Spiel, in den gut zwei Stunden Dauer wurden jedoch reihenweise gute Torchancen nicht genutzt. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang jedoch auch die überragende Leistung des gegnerischen Torhüters.
Nach vorne präsentierte man sich zumeist völlig ideenlos, Flanken vor das Tor kamen nicht an, der Abschluss wurde überhastet und ungenau vollzogen und Eckbälle landeten in der Regel im gegenüberliegenden Seitenaus.

In der Defensive trat in etlichen Situationen die aus der Liga bekannte Unsicherheit auf und der immer noch das Gehäuse hütende Bitzer musste einige Male für seine Vorderleute eingreifen.
Aufgrund der eigenen Chancenverwertung und dem Gesamtauftritt wäre, so weh es tut, eine Niederlage auch nicht unverdienter gewesen, als der Last-Second-Sieg.

Die 2.500 Zuschauer rechneten nach Sonne, Regen und Gewitter wahrscheinlich alle schon mit einer Entscheidung im Elfmeterschießen, als es Abwehrchef Marco Steil in den letzten Sekunden mit nach vorne zog.
Eine Hereingabe von Felix Bürger, der nach seiner Einwechslung das Leistungsniveau im Alleingang anhob, verwischte Steil glücklich und ließ den Ball aus kurzer Entfernung mit einem Aufsetzer in die Maschen springen. Die Partie wurde nicht mehr angepfiffen und mehrere hundert FKP-Fans verfielen in ausgelassenen Jubel.

Das erste Ziel wurde mit dem Sieg im Südwestpokal nun erreicht und im August wird auch keiner mehr nach dem Verlauf des Endspiels fragen. Aus finanzieller Sicht ist der Einzug in den DFB-Pokal mindestens genauso wichtig, wie die heiß erwartete Rückkehr unserer Klub auf die ganz große Fußballbühne. Und dann hoffentlich mit dem Pflichtspiel gegen einen attraktiven Gegner vor ausverkauftem Haus!
Wir gratulieren allen Beteiligten natürlich herzlich zum Pokalsieg!

Noch ein paar Worte zum Drumherum.
Der vom Verein gestellte Fanbus war leider nicht ausverkauft, etwa 40 Personen wählten diese Möglichkeit der Anreise.
Ein wenig ungewohnt, aber dafür umso schöner, dann die Tatsache, dass es die FKP-Anhänger_innen diesmal doch wirklich geschafft hatten, sich alle auf den Betonstufen hinter den Zaunfahnen zu versammeln.

Zum Intro wurde die Mannschaft mit blau-weißem Konfetti begrüßt und im Anschluss über weite Strecken der 120 Minuten vom Stimmungskern ganz passabel unterstützt.
Zu Beginn der zweiten Hälfte tat man via Spruchband noch seine Meinung zu den völlig überzogenen Eintrittspreisen von neun Euro für einen Stehplatz bei eben jener Partie kund.
Nach dem 1:0-Führungstreffer und dem damit feststehenden Pokalsieg stimmten immer mehr Fans in die Rufe und Gesänge mit ein und versammelten sich zum Feiern mit den Kickern.

Was dann folgte, war jedoch einfach nur enttäuschend. Nach der verdienten Siegerehrung lud man die Mannschaft zur Humba und damit zum Kontakt mit den wartenden Fans ein. Dies wurde zwar realisiert, aber, aus welchen Gründen auch immer, nicht erwidert.

Möglicherweise mag mancher diese Thematisierung insbesondere nach der Feierei am Mittwochabend nicht verstehen, aber diese Problematik, für uns auf fehlender Wertschätzung gegenüber „externem“ Anhang basierend, existiert bereits die halbe Spielzeit.
Unter anderem wurde dies zuletzt gegen Nöttingen und Saarbrücken deutlich. Nach letzterer Begegnung merkte beispielsweise ein neutraler Stadionbesucher an, dass dieses, salopp gesagt, ignorante Verhalten gegenüber den eigenen Fans nach Spielende „einfach nur erbärmlich“ sei.

Plakate mit der Aufschrift „Gemeinsam durch die Regionalliga“ und sich wiederholende Aussagen von Zusammenhalt in der Presse, werden für uns so zu völlig wertlosen Floskeln.
Vielleicht haben wir eine falsche Erwartungshaltung und Vergleiche mit anderen Vereinen oder der eigenen FKP-Vergangenheit sind nicht angebracht, aber für uns sind diese fünf Sekunden Kontakt zwischen Mannschaft und Fans nach Abpfiff Teil eines Spieltages, unabhängig vom Spielausgang.
Gesetzt diesen Fall, würden möglicherweise viele Fans auch nicht auswärts wie zuhause mit Abpfiff sofort das Stadion verlassen.

Bereits am morgigen Samstag steht das nächste Ligaspiel gegen die Reserve aus der Barbarossastadt an.
Anpfiff ist um 14 Uhr auf dem Betzenberg.

Wir rufen alle FKP-Fans dazu auf, die paar Kilometer nach Hohenecken-Nord zurückzulegen und gemeinsam im Gästeblock des Fritz-Walter-Stadions unsere Stadt und unseren Verein würdig zu vertreten!